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Ich habe meine Website mit KI gebaut. Funktioniert das wirklich?

Spoiler: Es funktioniert, aber nicht ohne Vor- und Nacharbeiten und ein gewisses technisches Verständnis.

Mockup der WordPress-Website walz.digital mit geöffnetem Elementor und Angie

Angie, WordPress und Elementor im Praxistest: Was die KI übernimmt, wo ich selbst eingreifen musste und was ich daraus gelernt habe.

KI baut Websites. Zumindest ist das der Eindruck, den viele Tools inzwischen vermitteln. Man beschreibt, was man möchte, und wenige Augenblicke später steht eine fertige Seite auf dem Bildschirm.

Ich wollte wissen, wie weit das in der Praxis trägt. Deshalb habe ich meine eigene Website mit WordPress, Elementor und Angie aufgebaut. Mir ging es nicht um irgendeine schnelle Seite, sondern um eine, die zu mir passt, technisch sauber läuft und sich danach vernünftig weiterbearbeiten lässt.

Das Ergebnis: Angie nimmt eine Menge Arbeit ab. Aber zwischen einer überzeugenden Vorschau und einer funktionierenden Website liegt noch einiges an Arbeit.

Was ist Angie eigentlich?

Angie ist ein KI-Tool von Elementor, das direkt in WordPress arbeitet. Anders als ein gewöhnlicher Chatbot schlägt es nicht nur Texte oder Code vor, sondern führt Aufgaben innerhalb der Website aus, zum Beispiel Seiten erstellen, Inhalte bearbeiten oder technische Anpassungen vornehmen. Zusammen mit dem Elementor-Editor erzeugt es auch Seitenelemente und Layouts.

Das klingt nach einem Baukasten, bei dem man nur noch seine Wünsche formulieren muss. Ganz so einfach ist es nicht.

Mein Setup: WordPress, Hello Theme, Elementor und Angie

Für meinen Versuch habe ich WordPress mit dem Hello Theme, Elementor und Angie verwendet. Ich habe Angie die Aufgabe gegeben, meine Website aufzubauen.

Bevor Angie die Website erstellen konnte, musste ich zunächst festlegen, was die Seite überhaupt erreichen soll. Dazu habe ich Informationen zu meinem Unternehmen, meinen Leistungen, der gewünschten Zielgruppe und dem groben Seitenaufbau bereitgestellt.

Je genauer diese Vorgaben waren, desto besser wurden die Ergebnisse. Allgemeine Anweisungen führten zu eher generischen Vorschlägen. Erst durch konkrete Beschreibungen entstanden Texte und Strukturen, die zu meiner Website passten.

Mein Eindruck: Der Erfolg hängt weniger von der KI selbst als von der Qualität der Informationen ab, die man ihr liefert.

Im Backend sah das Ergebnis ansprechend aus. Im Frontend, also in der Ansicht, die Besucher sehen, wurde es komplizierter: Die Seite wirkte eher wie eine einfache WordPress-Seite als wie das gewünschte Elementor-Layout.

Hier zeigte sich zum ersten Mal, dass Editor-Vorschau und echte Website nicht dasselbe sind.

Die Website soll modern, ruhig, klar und persönlich wirken. Nicht technisch-kalt, nicht verspielt und nicht wie eine typische Digitalagentur.

Skizzierung eines Web-Layouts auf Papier

Das eigentliche Problem lag nicht im Design

Bei der Fehlersuche stellte sich heraus: Die Seite wurde über HTTPS aufgerufen, forderte die Elementor-CSS-Dateien aber über HTTP an. Das nennt sich Mixed Content. Der Browser blockiert solche unsicheren Inhalte auf einer gesicherten Seite, und ohne CSS sieht die Seite aus wie ein Rohgerüst.

Die Ursache fand ich unter Einstellungen → Allgemein: Dort war die URL noch mit http:// hinterlegt. Das Layout von Angie war also in Ordnung. Nachdem ich die URLs auf HTTPS umgestellt und die Elementor-CSS-Dateien neu generiert hatte, wurde die Seite korrekt dargestellt.

Der zweite Stolperstein: Fehler 413 beim Speichern

Kurz darauf kam das nächste Problem: Beim Speichern erschien der Fehler 413 („Request Entity Too Large”). Das heißt, der Server lehnt die übertragene Datenmenge ab.

Ich habe zunächst alles versucht, was ich dazu fand: Cache geleert, die Elementor-Einstellungen geprüft und die Lösungsvorschläge aus dem Internet durchprobiert. Nichts half. Erst als ich den Provider kontaktierte, wurde klar, dass die Begrenzung auf Serverseite lag. Der Provider hat das Problem anschließend behoben.

Was ich aus dem Versuch mitnehme

KI kann den Einstieg erleichtern und wiederkehrende Aufgaben beschleunigen. Sie nimmt mir aber nicht alle Entscheidungen und Prüfungen ab. Ich unterscheide deshalb drei Dinge:

  • Erstellen: Die KI erzeugt Inhalte, Strukturen und Layouts.
  • Prüfen: Ich kontrolliere, ob das Ergebnis gestalterisch und technisch funktioniert.
  • Verstehen: Wenn etwas nicht funktioniert, muss ich die Ursache eingrenzen und eine passende Lösung finden.

Gerade der dritte Punkt war entscheidend. Bei beiden Problemen lag die Ursache außerhalb der KI. Gefunden habe ich sie nur, weil ich wusste, wo ich suchen muss: in den WordPress-Einstellungen beim ersten, beim Provider beim zweiten. Eine Website ist nicht fertig, nur weil der Editor eine plausible Vorschau zeigt.

Für wen lohnt sich Angie?

Wenn du bereits mit WordPress arbeitest, kann Angie eine interessante Ergänzung sein, vor allem wenn du bereit bist, Ergebnisse zu kontrollieren und bei Bedarf selbst nachzubessern.

Wenn du eine Website erstellen möchtest, ohne dich mit WordPress, Plugins, Darstellung oder technischen Zusammenhängen zu beschäftigen, solltest du mit realistischen Erwartungen starten.

Mein Fazit

Was Angie gut erledigt hat:

  • Grundstruktur der Seiten
  • erste Textvorschläge
  • Layout-Vorschläge
  • Anlegen von Elementor-Elementen
 

Wo ich selbst eingreifen musste:

  • technische Fehleranalyse
  • Anpassung von Inhalten
  • Qualitätskontrolle
  • Hosting- und Serverprobleme
 

Angie ist für mich kein Ersatz für technisches Verständnis, sondern ein Werkzeug, das bestimmte Aufgaben schneller erledigt. KI nimmt Arbeit ab, aber nicht die Verantwortung für das Ergebnis. Ob daraus eine gute Website wird, hängt davon ab, welche Vorgaben du mitgibst, wie du die Ergebnisse beurteilst und ob du technische Probleme lösen kannst.

Ich werde Angie weiter ausprobieren, besonders bei wiederkehrenden Aufgaben, und schauen, wo ein guter Prompt wirklich Zeit spart.

Du möchtest selbst mit Angie eine Website aufbauen? Im nächsten Beitrag zeige ich, wie ich dabei vorgehen würde, welche Informationen ich der KI mitgeben würde und was ich vor der Veröffentlichung unbedingt prüfen würde.

Bei der Dokumentation und Aufbereitung meiner Erfahrungen habe ich KI als Unterstützung genutzt. Die beschriebenen praktischen Erfahrungen stammen aus meinem eigenen Website-Projekt.

Foto von Kelly Sikkema auf Unsplash

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